Dirk Hoeges, Fünfhundert Jahre Missverständnis Niccolò Machiavelli ‚Il Principe‘

Aus dem Nachlass von > Dirk Hoeges (1943-2020) ist sein letzter Aufsatz > Fünfhundert Jahre Missverständnis. Niccolò Machiavelli ‚Il Principe‘, gerade in der > Romanistischen Zeitschrift für Literaturgeschichte, Universitätsverlag Winter, Jahrgang 44 (2020), Ausgabe 1-2, Seiten 181 – 191 erschienen.

Die folgenden Zusammenfassung hatte er für seinen Aufsatz verfasst:

„Die Textgeschichte liefert wichtige Hinweise für Form und Inhalt des ‚Principe‘. In Rom und Florenz erschien er 1532 nicht als Einzelpublikation, sondern in beiden Erstdrucken zusammen mit den Novellen zu ‚Castruccio Castracani‘ und ‚Cesare Borgia‘. Diese Publikationsform entsprach der Druckerlaubnis des Papstes von 1531, die sich auf den ‚Principe‘ und weitere historische Diskurse bezog. Also: Die beiden Novellen gehören formal zum ‚Principe‘ und figurieren als Beispiele aus der mittelalterlichen und zeitgenössischen Geschichte für Aufstieg und Fall eines Fürsten. Sie bilden das Material für Machiavellis fiktives Konstrukt, die Figur des Fürsten, die in der Realität nicht existiert. Die beiden Beispiele aber demonstrieren Aufstieg und Fall. Machiavellis Novellenfürsten symbolisieren das Scheitern. Das sollte alle zur Vorsicht mahnen, die naiv auf die Herrscherfigur Machiavellis setzten und von der Fiktion auf die Realität schließen – ein Missverständnis über 500 Jahre, das Historiker, Politologen, Soziologen pflegen, denen Literatur, Kunst und ihre Formen weitgehend unbekannt sind. Machiavellis Gesamtwerk ist wie der ‚Principe‘ eine Domäne für die literarische Ästhetik des Humanismus und ihre zahlreichen Formen; in Zusammenarbeit mit Nachbardisziplinen ein Sujet für die Romanische Philologie. “

Seine Neuübersetzung des Principe wird unter dem Titel Der Principe-Komplex bald in der machiavelli-edition erscheinen.

Die vorhergehenden > Aufsätze von Dirk Hoeges in der RZLG zu Machiavelli:

– Niccolò Machiavelli ‚Decennali II‘. Die ganze Welt war in der Schwebe. Der Große Europäische Krieg II. Machiavellis Zweites Dezennal (Decennale secondo), in: > Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte, Jahrgang 43 (2019), Ausgabe 3-4, Seite 389 – 405.

– Der große Europäische Krieg. Niccolò Machiavelli, Die Dezennalen in:> Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte, Jahrgang 40 (2016), Ausgabe 1-4, Seite 395 – 421.

– Der Principe-Komplex, in: > Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte, Jahrgang 37 (2014), Ausgabe 3-4, Seite 455 – 475 .

NEU – Niccolò Machiavelli, Cesare Borgia. Wie der Herzog von Valentinois bei der Ermordung Vitellozzo Vitellis, Oliverottos da Fermo, des Herrn Pagolo und des Herzogs von Gravina Orsini vorging

Neu

Niccolò Machiavelli

Niccolò Machiavelli, Cesare Borgia. Wie der Herzog von Valentinois bei der Ermordung Vitellozzo Vitellis, Oliverottos da Fermo, des Herrn Pagolo und des Herzogs von Gravina Orsini vorging.
Kriminalnovelle

Köln: machiavelli-edition 2018
ISBN 978-3-00-057570-4-9 – 14.80 EUR

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Klappentext:

Von Imola nach Senigallia führt der Weg Cesare  Borgias um die Jahreswende 1502/1503. Sein Plan war, vier seiner abtrünnigen Condottieri, selbst mächtige Kriegsherren, in eine tödliche Falle zu locken. Seine Stunde schlug. Mit der „grandiosen List von Senigallia“ wie Isabella d‘Este, Herrin von Mantua, in ihrem Gratulationsbrief schrieb, entledigte er sich der vier Verräter. Für den französischen König Ludwig XII. war dieser neuerliche Coup des Borgia „eines Römers würdig“. Er bestätigte den europäischenRuf des Papstsohnes: intelligent, verschlagen, listenreich und skrupellos auf seinem Weg zur Macht im Italien der Renaissance.
Machiavelli war zugegen als Gesandter von Florenz, als Beobachter und Berichterstatter. In Mußestunden formte er das Geschehen zu einer Novelle von sprachlicher Meisterschaft, suggestiv, kurz, lakonisch, gestimmt von der flirrenden Magie des Augenblicks.
Den Stationen dieser Kriminalnovelle kann man auf einer Reise durch die Emilia Romagna und die Marken von Imola über Cesena, Fossombrone, Fano bis Senigallia die adriatische Küste entlang folgen. Mit Machiavellis Novelle als Cicerone und dem Borgia vor Augen.

Neuauflage. Dirk Hoeges, Niccolò Machiavelli. Dichter – Poeta. Mit sämtlichen Gedichten, deutsch/italienisch. Con tutte le poesie, tedesco/italiano

Dirk Hoeges,
Niccolò Machiavelli. Dichter – Poeta.
Mit sämtlichen Gedichten, deutsch/italienisch.
Con tutte le poesie, tedesco/italiano

Neuauflage
machiavelli-edition
Köln 2016
ISBN 978-3-9815560-3-2

Ein Gespräch über dieses Buch.
Rezensionen

Das Buch enthält die – sowohl in deutscher als auch in italienischer Sprache – erste und einzige Gesamtausgabe der Gedichte Machiavellis.

Il presente volume contiene la prima e unica edizione completa delle poesie di Niccolò Machiavelli sia in tedesco che e italiano.

„Die erste vollständige Übersetzung der Gedichte Machiavellis und ihre Analyse zeigen: Sein Werk ist nur in der Zusammensetzung von Poesie und Prosa zu verstehen. Es enthält eine Systematik der literarischen Formen, die durch Beschränkung auf den Principe verdeckt bleibt. Kompromittiert wird neuerlich der ideologische Kampfbegriff des Machiavellismus. Machiavelli schärft über zahlreiche poetische Formen sein literarisches Profil: Epigramm, Strambotto, Stanza, Madrigal, Sonett, Kanzone, Canto, Capitolo, Serenade. Poetisiert werden Schlüsselbegriffe seiner Geschichts- und Machttheorie. Fortuna, die Gelegenheit, der Undank, der Ehrgeiz. ….“ Klappentext.  Weiterlesen

Die Bücher von Dirk Hoeges über Niccolò Machiavelli

Dirk Hoeges Liebeserklärung an den Poeten Machiavelli
Von Jutta Colschen, Lübecker Nachrichten, 10 Oktober 2009

Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein

Dirk Hoeges,

Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein, 2. Auflage
Verlag Peter Lang, Frankfurt/M. 2014.

Die Geschichte Machiavellis ist die Geschichte seiner Entstellung und Ausbeutung. Sie resultiert aus einer reduzierten Deutung des Principe, welche die Komplexität des Humanisten Machiavellis verkennt. Dirk Hoeges entwirft ein neues Bild des Autors, das ihn als bedeutenden Schriftsteller der Renaissance würdigt und zugleich seine erstaunliche Modernität zeigt.

Dirk Hoeges,
Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein,
C.H. Beck, München 2000.

Rezensionen:

Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, 2003
A. Buschmann

„Niccolò Machiavelli. Mechanik der Macht“,
Zeitschrift für Politikwissenschaft, 1/2003

SEHEPUNKTE – Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaften – 2/2002,
Chr. Wieland

Romanische Forschungen, Vierteljahresschrift für romanische Sprachen und Literaturen, 114. Band, Heft 1, 2002 (110-113)
A. Dörner

Italienisch, Zeitschrift für italienische Sprache und Literatur 24. Jahrgang-2002/2 (136-139)

Zeitschrift für romanische Philologie, Band 118, Heft 2
V. Kapp

Historische Zeitschrift, Band 274, Heft 2, April 2002
V. Reinhardt

Prakticar moci“, Serbien, 22.02.2002

„List, Trug und Schein“, Politprofi.de, 10.02.2002
M. Althaus

„Von Kaisern und Moguln“, NRZ am Sonntag, 24.06.2001
M. Haase

„Mehr Schein als Sein“, Rheinischer Merkur, 30.03.2001
D. Hildebrand

„Ein neues Bild von Machiavelli“, Amazon.de, 26.03.2001

„Die große Lehre vom Schein. Absolutist und ernüchternder Aufklärer: Niccolò Machiavelli, in: Die Welt -Die literarische Welt (Beilage), 17.03.2001
H.-A. Koch

Südpol-Agentur für neue Medien GmbH, 05.03.2001
A. Vierecke

„Neue Betrachtung eines großen Autors und Politikers der Renaissance“,
TEMPUS -VIVIT.NET
, > www.tempus-vivit.net , 13.02.2001
S. Janson

Der Neue Tag/ Oberpfälzer Kurier, 05.02.2001

„Mann ohne Eigenschaften. Dirk Hoeges präsentiert Machiavelli als Vordenker der Moderne“, in: Süddeutsche Zeitung 44. Jahrgang, Nr.: 70/12.W, 03./04.02.2001
B.Weidinger

ORF-Teletext, 1/2001

Anuario filosófico, 1/2001

„Der Leonardo der Politik. Niccolò Machiavelli und die Ästhetik der Herrschaft“, in: Literaturen. Das Journal für Bücher und Themen, Januar 2001 (102ff)
T.E. Schmidt

Kirche und Leben, ZDF

Lesenswert, 2001 Folge 2 (171)

Tagblatt, 21.12.2000

Heilbronner Stimme, 16.12.2000

„Die Alternative. Dirk Hoeges: Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein“, Hessischer Rundfunk (hr2) , HF Literatur, 13.12.2000
M. Scalla

DAMALS. Das aktuelle Magazin für Geschichte und Kultur, Dezember 2000
V. Reinhardt

„Der Missverstandene. Zwei Bücher über Machiavelli“, in: Neues Deutschland, 25./26.22.2000
K. Vesper

Südwestrundfunk (SWR2) , 22.11.2000
P. Horst

„Der Schein der Macht“, in: Die Zeit Nr.43 (Beilage zur Buchmesse), 19.10.2000
H.-M. Lohmann

„Das Modell Unmensch“, in: Frankfurter Allgemeine (Messe-Beilage), 17.10.2000
M. Völkel

E. Straub, „Immer nur lächelnd, immer vergnügt“, in: Berliner Zeitung, 17.10.2000
E. Straub

Politische Bücher (NDR4), 01.10.2000
P. Peter Zaun

 

 

Dirk Hoeges und Heiner Wittmann: Gespräch über Niccolò Machiavelli. Dichter – Poeta

In Köln hat   Dr. Heiner Wittmann mit dem Autor am 1. September 2007 ein Gespräch über das Buch   Niccolò Machiavelli. Dichter – Poeta geführt:

Bitte klicken Sie mit einem Doppelklick auf den Pfeil, um das Gespräch zu hören.

Zuerst haben wir über die 1998 erschienene Übersetzung von Niccolò Machiavellis Das Leben des Castruccio Castracanis aus Lucca, dann über die Studie Der Macht und der Schein gesprochen. Beide Bände gehören zusammen mit der Übersetzung seiner Gedichte zu einer Trilogie, mit der Dirk Hoeges das Werk Machiavellis unter neuen Gesichtspunkten interpretiert.

  Niccolò Machiavelli. Das Leben des Castruccio Castracanis aus Lucca, übersetzt und herausgegeben von Dirk Hoeges, C.H. Beck, München 1998.

Dirk Hoeges, Niccolò Machiavelli.   Die Macht und der Schein, C.H. Beck, München 2000.